english
Türkisch polska
Deutsch Russisch
Facility Management
Herbst Invest
H - Webdesign
BAY-ER Insaat
Kontakt Herbst Partner Türkei Immobilien
Wohnungen Frage Antwort  Türkei Immobilien
Villen Häuser
Grundstücke Türkei Immobilien
Marktlage Herbst IPartner
Marktlage
Baubeschreibung Türkei Immobilien
Grundstücke Türkei Immobilien
Garantie Türkei Immobilien
Gesetze  Türkei Immobilien
Firmenhistiry Herbst-partner
Jobs Türkei Immobilien
Links Türkei Immobilien
Karte TR
Türkei
Strassenverkehr Türkei
einkaufen Türkei
Geschichte Türkei
Atatürk
EKZ Okurcalar
Okurcalar

Die Geschichte der Türkei - das osmanische Reich

Die günstige geographische Lage seines im Nordwesten Anatoliens gelegenen kleinen Fürstentums ermöglichte es Osman I. Ghasi, dem Gründer der osmanischen Dynastie, die Schwäche des Byzantinischen Reiches auszunutzen und reiche Beute bei Überfällen auf christliches Gebiet zu machen. Er eroberte u. a. die byzantinischen Städte Eskisehir, Bilecik, Yarhisar und Yenisehir und sein Sohn die Provinzhauptstadt Bursa (1326). Die Osmanen kontrollierten damit das fortgeschrittene Verwaltungs-, Finanz- und Militärwesen der Provinz; Bursa wurde ihre Hauptstadt. Allmählich gelang ihnen die Expansion ihres Reiches auf das turkmenische Gebiet im Westen Anatoliens .

Die Expansion des Osmanischen Reiches auf europäischem Boden begann gegen Ende der Herrschaftszeit Orhans. Osmanische Soldaten standen auch als Söldner im Dienst von byzantinischen Herrschern: Johannes VI. Kantakuzenos konnte sich so 1347 den Thron sichern; als Gegenleistung durften diese osmanischen Söldner byzantinische Besitzungen in Thrakien und Makedonien plündern, und die Tochter des Kaisers wurde mit Orhan verheiratet. Die Söldner schlugen ihre Lager auch auf der Halbinsel Gallipoli auf, um von dort aus die noch verbleibenden byzantinischen Besitzungen in Europa zu überfallen.

Der Ausbau des osmanischen Fürstentums in ein großes Reich, das Südosteuropa, Anatolien und die arabische Welt umfasste, geschah zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert: Das Reich unter Murad I. und Bayazit I. (genannt: Yıildıirıim) erstreckte sich von der Donau bis zum Euphrat. Murads größter militärischer Erfolg war der Sieg in der Schlacht auf dem Amselfeld im Kosovo (1389), in der er die vereinigten Heere der Balkanvölker von Serbien, Bosnien und Bulgarien schlug. Murad selbst fiel in der Schlacht, doch sein Sohn Bayazit führte die Armee zum Sieg und eroberte in den nächsten Jahren einen Großteil der turkmenischen Fürstentümer Anatoliens.

 

Um das Jahr 1680 umfasste das Osmanische Reich Südosteuropa, Kleinasien, Teile Nordafrikas und der Arabischen Halbinsel.

Der Aufstieg der Osmanen zur führenden Macht in Anatolien stellte eine Bedrohung für das Interessengebiet des Mongolenherrschers Tamerlan (Timur-i Läng) dar, der kurze Zeit zuvor große Teile des heutigen Iran sowie Zentralasiens erobert hatte. Tamerlan griff 1402 die Osmanen in Anatolien an und besiegte Bayazit.

Bayazits Enkel, Murad II., setzte in Serbien und Bulgarien osmanische Verwaltungsbeamte ein und sicherte somit die osmanische Vorherrschaft in Europa bis zur Donau. Sein Sohn Mohammed II. setzte diese Politik fort und besiegte die letzten noch freien christlichen Fürstentümer südlich der Donau. Seine Eroberungen erreichten ihren Höhepunkt in der Einnahme von Konstantinopel (1453) sowie in der Unterwerfung Anatoliens bis hin zum Euphrat. Bayazit II. beendete die Eroberungspolitik zugunsten einer Festigung der Teile des Reiches, die von seinen Vorgängern besetzt worden waren. Selim I. benutzte dagegen die ihm überlassenen territorialen und verwaltungsmäßigen Machtgrundlagen, um das Mameluckenreich in Ägypten zu zerstören (1517); außerdem eroberte er Syrien, Palästina und Arabien in einem einzigen Feldzug und gliederte so das Kernland der alten islamischen Kalifate dem Osmanischen Reich an. Süleiman II., der Prächtige, setzte die Expansion fort: Er überschritt die Donau, eroberte Ungarn und belagerte 1529 Wien; im Osten eroberte er den Rest Anatoliens sowie das alte Zentrum der Abbasiden und Seldschuken im Irak.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann in einer Reihe von Kriegen, den Türkenkriegen und in den Russisch-Türkischen Kriegen, in denen das Osmanische Reich besiegt werden konnte, der allmähliche Niedergang des Reiches der erst mit dem Ende des 1. Weltkrieges seinen Abschluss finden sollte.

Nach der zweiten vergeblichen Belagerung Wiens im Jahr 1683 traten die Osmanen den Rückzug vom Balkan an. 1699 im Vertrag von Karlowitz mussten sie auch Ungarn und Siebenbürgen aufgeben. Bis zum Frieden von Jassy (1792) hatten die Osmanen ihre Gebiete nördlich der Donau verloren und sich von der Krim und den Gebieten östlich vom Dnjestr bis Russland zurückgezogen. 1830 erklärte sich Griechenland für unabhängig, zwischen 1833 und 1839 eroberte Muhammad Ali, der ägyptische Vizekönig, Teile Anatoliens und das Sultanat konnte nur durch die europäischen Großmächte vor der Auflösung bewahrt werden. Im Berliner Vertrag von 1878 wurden Rumänien, Serbien und Montenegro unabhängig von der Türkei.

Das Osmanische Reich stagnierte in fast allen gesellschaftlichen Bereichen. Die ersten Reformen des Reiches in Verwaltung, Armee, Bildungs- und Rechtswesen waren von Zentralisierungsbestrebungen der Tanzimat, einer Reformbewegung zwischen 1839 und 1878, und Liberalisierungstendenzen (mehr Rechte und Freiheiten für den Einzelnen; Gleichstellung von Muslimen und Nichtmuslimen) bestimmt. In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Reformen und eine Verfassung gefordert, die 1876 von Sultan Abd ül-Hamid II. verkündet, aber bereits 1878 zeitweilig wieder aufgehoben wurde. Der Zerfall des Vielvölkerreiches konnte nicht mehr verhindert werden: Kreta, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien gingen verloren, bis 1885 wurden die osmanischen Besitzungen in Europa auf Makedonien, Albanien und Thrakien reduziert. Die Türkei musste auch auf die Herrschaftsansprüche in Nordafrika verzichten: Algerien wurde 1830 von Frankreich eingenommen und auch Tunesien fiel 1881 vom Osmanischen Reich ab; Großbritannien besetzte Ägypten (1882), und Italien annektierte Libyen (1912). Im Zuge der Balkankriege (1912-1913) verlor das Osmanische Reich außer Ostthrakien alle europäischen Gebiete.

Inzwischen hatte sich eine neue politische Gruppierung von jungen türkischen Offizieren gebildet, das Komitee für Einheit und Fortschritt, das besonders unter den Armeeoffizieren auf dem Balkan zahlreiche Anhänger hatte. Die so genannten Jungtürken erreichten die Wiedereinsetzung der Verfassung. Mit einem Aufstand der makedonischen Truppen begann 1908 der Staatsstreich der Jungtürken, der mit dem Sturz des autokratischen Regimes des Sultans endete. Die Jungtürken forderten die Trennung von Staat und Religion, setzten Reformen in Handel, Bankwesen und Armee in Gang. Ab 1913 bildeten sie unter Enver Pascha eine Diktatur.

Während des 1. Weltkrieges ließ die Regierung des Osmanischen Reichs mehrere hunderttausend Armenier in das östliche Anatolien deportieren. Bei den dabei vollzogenen Massakern kamen die meisten Armenier ums Leben. Internationale Organisationen wie der Europarat bewerteten dies als Genozid. Dies wurde von türkischen Regierungen zurückgewiesen, die die damaligen Regierungen des Osmanischen Reichs auch vom Vorwurf der Verantwortung für das Massensterben der armenischen Bevölkerung freisprachen.

Als Ergebnis des 1. Weltkrieges zerfiel das Osmanische Reich, das auf der Seite der Mittelmächte stand, endgültig. Die Niederlage Deutschlands läutete das Ende ein. Zwischen 1917 und 1918 hatten die Briten mit ersten Offensiven im Irak und in Syrien begonnen. Als es 1918 zum Waffenstillstand von Mudros kam, hatte die Türkei bereits alle Gebiete mit Ausnahme von Anatolien verloren. Im Oktober 1918 trat das jungtürkische Kabinett zurück.

Die Türkei war gezwungen, den Friedensvertrag von Sèvres (1920) zu unterzeichnen, durch den sie nicht nur die arabischen Provinzen aufgeben, sondern auch eine Teilung Anatoliens hinnehmen mussten. Seit 1919 hatte Mustafa Kemal Atatürk den nationalen Widerstand organisiert und 1922 die griechischen Truppen besiegt. Griechenland hatte in den Friedensverträgen von Neuilly (1919) und Sèvres u. a. Ostthrakien, die nordägäischen Inseln und das Gebiet um Smyrna (heute Izmir) als Völkerbundsmandat zugesprochen bekommen, und Italien hatte seine Ansprüche auf den Dodekanes an Griechenland abgetreten. Das Mandat militärisch durchzusetzen scheiterte; die Türken eroberten am 9. September 1922 Smyrna. Ein Jahr später trat die Republik der Türkei an seine Stelle. Im Frieden von Lausanne (1923) endete die dreitausendjährige Siedlungsgeschichte der Griechen in Kleinasien, das ebenso türkisch wurde wie Ostthrakien, die Inseln Tenedos und Imvros; der Dodekanes wurde wieder italienisch. 1,5 Millionen Griechen wurden nach Griechenland umgesiedelt, 500 000 Türken aus Griechenland in die Türkei.

Am 1. November 1922 war die osmanische Dynastie für beendet erklärt und das Reich aufgelöst worden. In den ersten 15 Jahren ihres Bestehens stand die türkische Republik unter der Führung von Atatürk und gründete sich auf sechs grundlegende Prinzipien, die in der Verfassung verankert waren: Republikanismus, basierend auf der Prämisse der Volkssouveränität; türkischer Nationalismus, der den Ruhm der türkischen Vergangenheit und das Bedürfnis der Türken nach einem eigenen, nach modernen Prinzipien und ohne Einmischung von außen geschaffenen Staat betonte; Populismus, der die Idee einer alle wirtschaftlichen und sozialen Interessen vertretenden Großen Nationalversammlung verkörpert; Säkularismus beziehungsweise Laizismus, der die vollständige Trennung von religiösen muslimischen Einrichtungen und Staatsgeschäften fordert; Etatismus, der für eine staatliche Lenkung der wichtigsten Wirtschaftssektoren sowie der übrigen Sektoren stand und eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung zum Ziel hatte; und Revolutionismus, der vorschrieb, dass alle Umwälzungen sofort und in vollem Umfang durchgeführt werden müssen, damit die Entwicklung der modernen türkischen Gesellschaft so schnell wie möglich stattfinden könne.

Die Jahre unter der Präsidentschaft Atatürks waren gekennzeichnet durch erheblichen wirtschaftlichen Fortschritt und eine allgemeine Entwicklung des Landes. Die Türkei konnte Strömungen, die Vergeltung forderten, verhindern und nahm enge diplomatische Beziehungen mit ihren ehemaligen Gebieten im Balkan auf. Gleichzeitig stellte sie auch ihre laizistische Politik in den Vordergrund und ging Bündnissen mit ihren muslimischen Nachbarstaaten im Osten aus dem Weg.

 

Atatürks Nachfolger im Präsidentenamt wurde 1938 sein enger Mitarbeiter Ismet Inönü, der die Innenpolitik von Atatürk fortsetzte. Während des gesamten 2. Weltkrieges verfolgte Inönü eine Politik der Neutralität. Erst im Februar 1945 erklärte die Türkei Deutschland und Japan den Krieg. Nach dem Krieg versuchte die Sowjetunion, die Türkei zu sowjetischem Einflussgebiet zu machen und forderte die Kontrolle über die Ostprovinzen der Türkei sowie über die Meerengen. Daraufhin akzeptierte die Türkei die von dem amerikanischen Präsidenten Harry S. Truman angebotenen Unterstützungsmaßnahmen und ging enge militärische und wirtschaftliche Beziehungen mit den Vereinigten Staaten ein. 1952 trat die Türkei dem Nordatlantischen Verteidigungspakt (NATO) bei.

Inönü leitete innenpolitisch zu dieser Zeit eine allgemeine Demokratisierung des Landes ein: u. a. wurden jetzt auch Oppositionsparteien zugelassen. Bei den Wahlen 1950 siegte die Demokratische Partei, die sich für eine stärkere Liberalisierung der Wirtschaft einsetzte.

Unter Vorsitz von Präsident Celâl Bayar, in Verbindung mit Ministerpräsident Adnan Menderes und Außenminister Fuat Köprülü, war die Demokratische Partei von 1950 bis 1960 die führende politische Kraft der Türkei. In dieser Zeit erlebte die Wirtschaft des Landes einen raschen Aufschwung, aber auch starke soziale Spannungen. 1960 wurde die Regierung in einem unblutigen Militärputsch durch General Cemal Gürsel gestürzt. Menderes und einige andere Politiker wurden der Korruption beschuldigt, zum Tod verurteilt und 1961 gehängt. Die neue Verfassung orientierte sich an wirtschaftlichen und sozialen Vorstellungen anderer demokratischer Staaten.

Die politischen Parteien hatten sich in zwei große Lager gespalten: in die Republikanische Volkspartei und die Gerechtigkeitspartei. Die Republikanische Volkspartei war unter ihrem Führer Bülent Ecevit sozialdemokratisch ausgerichtet, die Gerechtigkeitspartei unter Süleiman Demirel stand in der Tradition Atatürks. Daneben gab es noch mehrere kleinere (kommunistische und sozialistische, nationale und islamistische) Parteien. Auch die seit 1950 existierenden Gewerkschaften schlossen sich zu linken bzw. rechten Dachverbänden zusammen. Die Türk Işs vereinigte in sich rechtsorientierte Gewerkschafter, und im Bund Fortschrittlicher Gewerkschaften waren kommunistische und andere linke Arbeitnehmer organisiert. In der Mitte der sechziger Jahre übten beide Organisationen einen großen Einfluss auf viele gesellschaftliche Bereiche aus.

Die Verfassung von 1961 erschwerte eine Mehrheitsbildung, und die politischen Auseinandersetzungen verlagerten sich mehr und mehr auf die Straße. In dieser Phase politischer Instabilität entwickelten sich rechts- wie linksgerichtete, zum Teil gewaltbereite Gruppen, die Terrorakte verübten. 1971 intervenierte das türkische Militär erneut, das aber bereits wieder 1972 eine zivile Regierung installierte. Die innenpolitischen Spannungen, vor allem aufgrund der schlechten Wirtschaftslage, nahmen aber nicht ab, sondern zu. Es wurde der nationale Notstand ausgerufen, und es kam zu brutalen Unterdrückungsmaßnahmen der staatlichen Sicherheitskräfte.

Außenpolitisch war es 1974 zu einer größeren Krise gekommen, als die Türkei als Antwort auf einen von Griechenland inszenierten Putsch, bei dem sich Zypern zur selbständigen Republik erklärt hatte, das nördliche Drittel der Insel besetzte und eine Republik Nordzypern ausrief, die aber international nicht anerkannt wurde. Die Vereinigten Staaten stellten nach dem Einmarsch auf Zypern ihre militärische und wirtschaftliche Unterstützung für die Türkei ein, worauf wiederum die Türkei mit der vorübergehenden Schließung aller amerikanischen Stützpunkte im Land reagierte. Die türkischen Truppen blieben im Norden Zyperns stationiert; die Türkei unterstützte weiterhin eine türkisch-zypriotische Regierung.

Die Regierung von Süleiman Demirel (1979-1980) behielt außenpolitisch die enge Bindung an den Westen bei, scheiterte aber in der Innen- und Wirtschaftspolitik. Da sich die Situation nicht änderte, verübten Extremisten rechter und linker Gruppen weiterhin Terrorakte. Am 12. September 1980 putschte die Armee unter der Führung des Generalstabchefs Kenan Evren. Als Staatspräsident und Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrates (Admiral Bülent Ulusu wurde Ministerpräsident) setzte er die Verfassung außer Kraft und verhängte das Kriegsrecht. Alle politischen Aktivitäten wurden untersagt, Tausende verhaftet und die Presse zensiert.

Die neue Verfassung, die 1982 in einem Referendum angenommen wurde, schrieb die „demokratisch legitimierte” politische Machtposition des Militärs fest. Evren wurde im selben Jahr mit 90,6 Prozent der Stimmen für eine siebenjährige Amtszeit zum Staatspräsidenten gewählt; 1983 gab er seine militärischen Funktionen auf. Aus der Stichwahl bei den Parlamentswahlen im November 1983 ging die konservative Mutterlandspartei (die Armee hatte eine rechtsgerichtete Gruppierung unterstützt) als Siegerin hervor, und ihr Vorsitzender Turgut Özal wurde Regierungschef. 1989 wurde Özal zum ersten zivilen Staatsoberhaupt seit 1960 gewählt, und Yıildıirıim Akbulut übernahm das Amt des Ministerpräsidenten (Regierungschefs). Akbuluts Nachfolger wurde 1991 Mesut Yıilmaz, der wurde wiederum 1993 von Tansu Çiller, einer Wirtschaftswissenschaftlerin, die an der Spitze der Partei des Rechten Weges (DYP) stand, abgelöst.

Während des Golfkrieges 1991 unterstützte die Türkei die Alliierten, entsandte aber keine eigenen Truppen. Nach Ende des Golfkrieges flüchteten Hunderttausende Kurden nach einem erfolglosen Aufstand gegen die irakische Regierung in das kurdische Siedlungsgebiet in der Türkei. Viele wurden in der Nähe der Grenze vorübergehend unter den Schutz alliierter Truppenverbände gestellt. In dieser im Südosten der Türkei gelegenen Region herrscht seit 1984 Bürgerkrieg. Alle bisherigen türkischen Regierungen haben die Autonomiebestrebungen der 15 Millionen Kurden massiv mit militärischen Mitteln bekämpft. Der politische und militärische Arm der Unabhängigkeitsbewegung ist die Partiya Karkeren Kurdistan (Arbeiterpartei Kurdistan; PKK). Bei den Kämpfen sind bis 1994 über 14 000 Menschen getötet worden.

Im März 1995 verkündete die Regierung von Tansu Çiller die Absicht, die PKK zu vernichten, und nahm den größten jemals gestarteten Angriff gegen die Rebellen auf, wobei die türkische Armee 40 Kilometer in die von den Vereinten Nationen ausgewiesene Schutzzone des Kurdengebiets im Nordosten des Irak eindrang. Zur selben Zeit versuchte Tansu Çillers Regierung, liberalere Gesetze zu verabschieden, um die kurdischen Nationalisten wieder in die politische Struktur eingliedern und die kurdischen Schulen wieder öffnen zu können.

Die Regierungen der westlichen Länder kritisieren weiterhin die aus der Türkei gemeldeten Menschenrechtsverletzungen, die im Bericht des amerikanischen Außenministeriums vom Februar 1995 zusammengefasst waren, und verurteilen das Verschwinden und die Ermordung von Kurden sowie die fortgesetzte Schikanierung, Einschüchterung und Inhaftierung von Menschenrechtsbeobachtern, Journalisten, Rechtsanwälten und Wissenschaftlern.

Am 24. Dezember 1995 fanden die türkischen Parlamentswahlen statt. Aus diesen Wahlen ging erstmals in der Geschichte der modernen Türkei mit der Wohlfahrtspartei (RP) eine islamistische Partei als stärkste politische Kraft hervor. Die Partei des Rechten Weges (DYP) wurde zweitstärkste, die national-liberale Mutterlandspartei (ANAP) drittstärkste Partei. Für eine Regierungsbildung fand die RP keinen Koalitionspartner. Der ANAP-Vorsitzende Mesut Yıilmaz und Tansu Çiller unterzeichneten ein Koalitionsprotokoll. Yıilmaz übernahm im März 1996 das Amt des Ministerpräsidenten, trat aber nach einem Misstrauensvotum im Juni zurück. Präsident Demirel erteilte daraufhin Necmettin Erbakan, dem Vorsitzenden der Wohlfahrtspartei, den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung. Tansu Çiller, deren Partei DYP mit der RP die Regierungskoalition bildet, wurde stellvertretende Ministerpräsidentin und Außenministerin. Erbakan und Çiller verständigten sich auf eine gemeinsame Regierung, die zuerst von Erbakan, später von Çiller geführt werden sollte.

Im Juni 1997 trat, nachdem seine Partei die Mehrheit im Parlament verloren hatte, Ministerpräsident Erbakan zurück. Daraufhin beauftragte Demirel den Oppositionspolitiker Mesut Yıilmaz von der Mutterlandspartei mit der Regierungsbildung. Yıilmaz führte eine Regierungskoalition seiner Partei mit der Partei für eine demokratische Türkei und der Demokratischen Partei der Linken. Zu den erklärten Zielen der neuen Regierung gehört das entschiedene Vorgehen gegen Islamisten und kurdische Separatisten sowie die baldige Aufnahme in die EU, die der Türkei aber von zahlreichen Mitgliedsstaaten derzeit noch wegen Menschenrechtsverletzungen verwehrt wird.

Nachdem Mesut Yıilmaz im November 1998 wegen Korruptionsvorwürfen vom Parlament gestürzt worden war, amtierte in der Türkei nur eine geschäftsführende Regierung. Der designierte türkische Ministerpräsident Yalim Erez gab Anfang Januar 1999 den Auftrag zur Regierungsbildung an Staatspräsident Süleyman Demirel zurück. Daraufhin bildete der Sozialdemokrat und ehemalige Ministerpräsident Bülent Ecevit am 11. Januar eine Minderheits- und Übergangsregierung mit Vollmachten bis zu den nächsten Parlamentswahlen, die am 18. April 1999 stattfanden. Ecevit bildete nach diesen um ein Jahr vorgezogenen Wahlen zur Nationalversammlung eine Koalition aus Demokratischer Partei der Linken (DSP), Partei der nationalen Bewegung (MHP) und Mutterlandspartei (ANAP). Das Regierungsbündnis von Ministerpräsident Ecevit verfügt im Parlament über 351 der 550 Sitze.

Im Januar 2000 einigten sich Aserbaidshan, Georgien und die Türkei auf den Bau einer Erdölleitung vom Kaspischen Meer zum Mittelmeer. Die 1 730 Kilometer lange Leitung soll von Baku in Aserbaidshan über Georgien bis zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan angelegt werden.

Die Große Nationalversammlung wählte am 5. Mai 2000 Ahmet Necdet Sezer zum neuen Staatsoberhaupt der Türkei, nachdem der amtierende Präsident Süleiman Demirel nach siebenjähriger Amtszeit nicht wieder kandidieren durfte. Die Regierungschefs der Türkei und Russlands, Bülent Ecevit und Michail Kasjanow, einigten sich im Oktober 2000 auf eine Zusammenarbeit beider Staaten in der Energie- und in der Rüstungspolitik.

Am 3. Oktober 2001 verabschiedete das Parlament eine weit reichende Verfassungsreform, die einen beachtlichen Schritt auf dem Weg zur weiteren Demokratisierung des Landes bedeutet. So wird die Todesstrafe zwar nicht abgeschafft, aber für die Zukunft im Wesentlichen auf Terrordelikte beschränkt. Die Verfassung garantiert nun die Gleichstellung von Mann und Frau. Darüber hinaus wird der nach wie vor große Einfluss des Militärs beschnitten: Dem bisher vom Militär dominierten Nationalen Sicherheitsrat werden künftig neun Zivilisten und nur fünf Militärs angehören, seine Beschlüsse werden nicht mehr bindend sein.

Die neue Verfassung, die 1982 in einem Referendum angenommen wurde, schrieb die „demokratisch legitimierte” politische Machtposition des Militärs fest. Evren wurde im selben Jahr mit 90,6 Prozent der Stimmen für eine siebenjährige Amtszeit zum Staatspräsidenten gewählt; 1983 gab er seine militärischen Funktionen auf. Aus der Stichwahl bei den Parlamentswahlen im November 1983 ging die konservative Mutterlandspartei (die Armee hatte eine rechtsgerichtete Gruppierung unterstützt) als Siegerin hervor, und ihr Vorsitzender Turgut Özal wurde Regierungschef. 1989 wurde Özal zum ersten zivilen Staatsoberhaupt seit 1960 gewählt, und Yıildıirıim Akbulut übernahm das Amt des Ministerpräsidenten (Regierungschefs). Akbuluts Nachfolger wurde 1991 Mesut Yıilmaz, der wurde wiederum 1993 von Tansu Çiller, einer Wirtschaftswissenschaftlerin, die an der Spitze der Partei des Rechten Weges (DYP) stand, abgelöst.

Während des Golfkrieges 1991 unterstützte die Türkei die Alliierten, entsandte aber keine eigenen Truppen. Nach Ende des Golfkrieges flüchteten Hunderttausende Kurden nach einem erfolglosen Aufstand gegen die irakische Regierung in das kurdische Siedlungsgebiet in der Türkei. Viele wurden in der Nähe der Grenze vorübergehend unter den Schutz alliierter Truppenverbände gestellt. In dieser im Südosten der Türkei gelegenen Region herrscht seit 1984 Bürgerkrieg. Alle bisherigen türkischen Regierungen haben die Autonomiebestrebungen der 15 Millionen Kurden massiv mit militärischen Mitteln bekämpft. Der politische und militärische Arm der Unabhängigkeitsbewegung ist die Partiya Karkeren Kurdistan (Arbeiterpartei Kurdistan; PKK). Bei den Kämpfen sind bis 1994 über 14 000 Menschen getötet worden.

Im März 1995 verkündete die Regierung von Tansu Çiller die Absicht, die PKK zu vernichten, und nahm den größten jemals gestarteten Angriff gegen die Rebellen auf, wobei die türkische Armee 40 Kilometer in die von den Vereinten Nationen ausgewiesene Schutzzone des Kurdengebiets im Nordosten des Irak eindrang. Zur selben Zeit versuchte Tansu Çillers Regierung, liberalere Gesetze zu verabschieden, um die kurdischen Nationalisten wieder in die politische Struktur eingliedern und die kurdischen Schulen wieder öffnen zu können.

Die Regierungen der westlichen Länder kritisieren weiterhin die aus der Türkei gemeldeten Menschenrechtsverletzungen, die im Bericht des amerikanischen Außenministeriums vom Februar 1995 zusammengefasst waren, und verurteilen das Verschwinden und die Ermordung von Kurden sowie die fortgesetzte Schikanierung, Einschüchterung und Inhaftierung von Menschenrechtsbeobachtern, Journalisten, Rechtsanwälten und Wissenschaftlern.

Am 24. Dezember 1995 fanden die türkischen Parlamentswahlen statt. Aus diesen Wahlen ging erstmals in der Geschichte der modernen Türkei mit der Wohlfahrtspartei (RP) eine islamistische Partei als stärkste politische Kraft hervor. Die Partei des Rechten Weges (DYP) wurde zweitstärkste, die national-liberale Mutterlandspartei (ANAP) drittstärkste Partei. Für eine Regierungsbildung fand die RP keinen Koalitionspartner. Der ANAP-Vorsitzende Mesut Yıilmaz und Tansu Çiller unterzeichneten ein Koalitionsprotokoll. Yıilmaz übernahm im März 1996 das Amt des Ministerpräsidenten, trat aber nach einem Misstrauensvotum im Juni zurück. Präsident Demirel erteilte daraufhin Necmettin Erbakan, dem Vorsitzenden der Wohlfahrtspartei, den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung. Tansu Çiller, deren Partei DYP mit der RP die Regierungskoalition bildet, wurde stellvertretende Ministerpräsidentin und Außenministerin. Erbakan und Çiller verständigten sich auf eine gemeinsame Regierung, die zuerst von Erbakan, später von Çiller geführt werden sollte.

Im Juni 1997 trat, nachdem seine Partei die Mehrheit im Parlament verloren hatte, Ministerpräsident Erbakan zurück. Daraufhin beauftragte Demirel den Oppositionspolitiker Mesut Yıilmaz von der Mutterlandspartei mit der Regierungsbildung. Yıilmaz führte eine Regierungskoalition seiner Partei mit der Partei für eine demokratische Türkei und der Demokratischen Partei der Linken. Zu den erklärten Zielen der neuen Regierung gehört das entschiedene Vorgehen gegen Islamisten und kurdische Separatisten sowie die baldige Aufnahme in die EU, die der Türkei aber von zahlreichen Mitgliedsstaaten derzeit noch wegen Menschenrechtsverletzungen verwehrt wird.

Nachdem Mesut Yıilmaz im November 1998 wegen Korruptionsvorwürfen vom Parlament gestürzt worden war, amtierte in der Türkei nur eine geschäftsführende Regierung. Der designierte türkische Ministerpräsident Yalim Erez gab Anfang Januar 1999 den Auftrag zur Regierungsbildung an Staatspräsident Süleyman Demirel zurück. Daraufhin bildete der Sozialdemokrat und ehemalige Ministerpräsident Bülent Ecevit am 11. Januar eine Minderheits- und Übergangsregierung mit Vollmachten bis zu den nächsten Parlamentswahlen, die am 18. April 1999 stattfanden. Ecevit bildete nach diesen um ein Jahr vorgezogenen Wahlen zur Nationalversammlung eine Koalition aus Demokratischer Partei der Linken (DSP), Partei der nationalen Bewegung (MHP) und Mutterlandspartei (ANAP). Das Regierungsbündnis von Ministerpräsident Ecevit verfügt im Parlament über 351 der 550 Sitze.

Im Januar 2000 einigten sich Aserbaidshan, Georgien und die Türkei auf den Bau einer Erdölleitung vom Kaspischen Meer zum Mittelmeer. Die 1 730 Kilometer lange Leitung soll von Baku in Aserbaidshan über Georgien bis zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan angelegt werden.

Die Große Nationalversammlung wählte am 5. Mai 2000 Ahmet Necdet Sezer zum neuen Staatsoberhaupt der Türkei, nachdem der amtierende Präsident Süleiman Demirel nach siebenjähriger Amtszeit nicht wieder kandidieren durfte. Die Regierungschefs der Türkei und Russlands, Bülent Ecevit und Michail Kasjanow, einigten sich im Oktober 2000 auf eine Zusammenarbeit beider Staaten in der Energie- und in der Rüstungspolitik.

Am 3. Oktober 2001 verabschiedete das Parlament eine weit reichende Verfassungsreform, die einen beachtlichen Schritt auf dem Weg zur weiteren Demokratisierung des Landes bedeutet. So wird die Todesstrafe zwar nicht abgeschafft, aber für die Zukunft im Wesentlichen auf Terrordelikte beschränkt. Die Verfassung garantiert nun die Gleichstellung von Mann und Frau. Darüber hinaus wird der nach wie vor große Einfluss des Militärs beschnitten: Dem bisher vom Militär dominierten Nationalen Sicherheitsrat werden künftig neun Zivilisten und nur fünf Militärs angehören, seine Beschlüsse werden nicht mehr bindend sein.